Warum Emotionen auch im Beruf vollkommen normal sind

Wir alle haben mal einen schlechten Tag, fühlen uns aufgewühlt, frustriert oder wütend. Die Gründe können ganz unterschiedlich sein: Von Konflikten in der Familie über Liebeskummer bis hin zu Wetterfühligkeit. Manchmal reicht es auch schon, in der Nacht einen Alptraum gehabt zu haben, der uns noch den ganzen Tag beschäftigt. Die damit einhergehenden Emotionen begleiten uns dann natürlich auch mit an den Arbeitsplatz – wo wir sie dann oft verbergen und trotzdem lächelnd im Meeting sitzen. Schließlich hatten Gefühle im Job lange Zeit keinen Platz und galten als unprofessionell. 

Heutzutage wird das Thema immer relevanter: Emotionen – positive wie negative – gehören zum Menschsein dazu. Wenn wir zur Arbeit gehen, können wir diesen wichtigen Teil von uns nicht einfach in einem Schließfach einsperren. Sich verletzlich zu zeigen ist längst keine Schwäche mehr, sondern eine Stärke, schließlich erfordert es auch viel Mut. Der richtige Umgang mit Emotionen fördert nicht nur die mentale Gesundheit, sondern kann sich sogar positiv auf die Arbeit auswirken. 

Darum lohnt sich Verletzlichkeit im Job

Die Forschung hat belegt: Wer seine Emotionen öfters zeigt, ist produktiver. Wenn wir uns verstellen und versuchen, zu funktionieren, kostet das sehr viel Energie und die Konzentration leidet. Vielleicht kennst du die Situation, wenn du bei einem wichtigen Vortrag nervös und angespannt bist. Du möchtest deine Empfindungen verstecken, aber dein Publikum merkt dir an, dass du nicht ganz bei der Sache bist. Wenn du hingegen offen darüber sprichst, wie es dir gerade geht, kann das Verständnis schaffen und Fehlinterpretationen vermeiden. Allein der ehrliche Austausch mit einem vertrauten Kollegen oder einer Kollegin kann bereits entlastend wirken. 

Emotionen zu zeigen bringt auch weitere Vorteile im Beruf mit sich: Wer seine Verletzlichkeit preisgibt, wirkt authentischer und kann besser überzeugen, beispielsweise in Kundengesprächen. Wie ein Forschungsteam der Harvard und Stanford Business Schools herausgefunden hat, stärkt es zudem das Vertrauen unter den Mitarbeiter*innen, wenn diese offen über ihre Gefühle reden. Die Folge: Eine bessere Zusammenarbeit im Team. Auch im Arbeitsleben ist die Bildung von zwischenmenschlichen Beziehungen wichtig. Wer zu wenig von sich Preis gibt, wirkt schnell distanziert und schwer für andere einschätzbar. 

Gefühle geben uns außerdem die Chance, zu wachsen – indem wir sie nicht verdrängen, sondern genau hinschauen. Spüren wir beispielsweise Angst oder Wut, können wir in uns hineinspüren und fragen: Wo kommt dieses Gefühl her und was zeigt es mir? Diese Klarheit können wir nutzen, um gezielter nach Lösungen zu suchen. 

Es geht jedoch nicht darum, alle Emotionen ungefiltert an den Kolleg*innen rauszulassen, zum Beispiel in Form von unkontrollierten Wutanfällen, sondern vor allem darum, einen gesünderen und offeneren Umgang mit ihnen zu finden. Emotionsregulation ist an dieser Stelle wichtig, um die Gefühle bewusst zu steuern. Der erste Schritt ist, diese zu akzeptieren und anzunehmen – ohne sie zu bewerten. Dazu gehört auch, sich bei der Arbeit Pausen zu gönnen, wenn starke Emotionen aufkommen. Ein empathisches und unterstützendes Arbeitsumfeld kann dabei den Umgang mit Gefühlen erleichtern.

Raum für Emotionen im Unternehmen schaffen

Empathische Führung hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Die Pandemie hat gezeigt, dass eine strikte Trennung von Alltag und Job nicht mehr möglich ist. Viele Mitarbeiter*innen mussten in den letzten Jahren private Herausforderungen bewältigen, zum Beispiel die Arbeit im Home Office und gleichzeitige Kinderbetreuung. Bei vielen Menschen hat das zu einer Achterbahn der Gefühle geführt, die sie auch jetzt noch im Job begleitet. 

Was können Führungskräfte also tun, um ihre Mitarbeitenden bei der Emotionsregulation zu unterstützen?

1. Emotionen Raum geben

Zuallererst ist es wichtig, einen Raum zu schaffen, in dem jede*r dazu eingeladen wird, seine Gefühle ehrlich zu äußern. Das kann in Form eines kurzen Check-Ins vor dem wöchentlichen Meeting geschehen. Eine weitere Option ist es, regelmäßige Extra-Termine einzuräumen, die sich nur dem Empfinden der Mitarbeiter*innen widmen. 

2. Gespräche anbieten

Nicht jede*r traut sich, sein Befinden von sich aus oder in einer großen Gruppe zu teilen. Ein One-on-One-Meeting kann Mitarbeiter*innen dabei unterstützen, sich zu öffnen und gleichzeitig das Vertrauen stärken. 

3. Empathie und Verständnis zeigen

Seine Gefühle offen zu zeigen, ist oft mit Scham verbunden. Als Führungskraft sollten Sie ihrem Team deshalb vermitteln, dass alle Emotionen in Ordnung sind und ihnen das auch vorleben. Ansonsten kann es sein, dass viele Ihrer Mitarbeiter*innen Angst haben, sich authentisch zu äußern. Gleichzeitig ist es wichtig, emotionale Reaktionen nicht persönlich zu nehmen.

4. BGF-Maßnahmen

Im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) haben Unternehmen die Möglichkeit, sich externe Unterstützung zu holen, um die Emotionsregulation ihrer Mitarbeitenden zu fördern – und somit auch ein Zeichen dafür zu setzen, dass Gefühle bei der Arbeit auch einen Platz haben.

Unsere digitale BGF-Plattform Soulbreak ist eine effektive Möglichkeit, um jederzeit den Reset-Knopf zu drücken, wenn unangenehme Emotionen aufkommen – egal, ob im Büro, im Home Office oder unterwegs. Dank der großen Auswahl an verschiedenen Videoenheiten ist für jede*n Mitarbeiter*in die passende Übung dabei, um wieder zu mehr innerer Ruhe und Gelassenheit zu finden: Von Atemtechniken über Gedankenreisen bis hin zu Yoga. 

Möchten auch Sie die mentale Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden fördern und sie dabei unterstützen, ihre Gefühle besser zu regulieren? Testen Sie Soulbreak und melden Sie sich gern bei uns!

 

 

 

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