Stress am Arbeitsplatz – Die TK-Stressstudie 2021

Stress – eine Volkskrankheit

Der Terminkalender platzt aus allen Nähten, wichtige Deadlines stehen an und zusätzlich muss auch noch der Spagat zwischen Familie und Beruf gemeistert werden. Die Folge: Überforderung und Stress. Während positiver Stress sogar nützlich sein kann und uns antreibt, haben zu hohe Belastungen gesundheitsschädigende Auswirkungen – wir fühlen uns erschöpft, das Immunsystem wird geschwächt und im schlimmsten Fall entstehen körperliche oder psychische Erkrankungen.

Seit 2013 hat das Stresslevel Deutschland deutlich zugenommen: Zwei von drei Menschen fühlen sich mindestens manchmal gestresst, jeder Vierte sogar häufig. Das zeigt die Stressstudie “Entspann dich, Deutschland” 2021, die von der Techniker Krankenkasse Ende letzten Jahres veröffentlicht wurde. Dafür hat sie bundesweit jeweils 1000 Personen in den Jahren 2013, 2016 und 2021 zu ihrem subjektiven Stressempfinden befragt – mit eindeutigen Ergebnissen. Wir haben die wichtigsten für euch zusammengefasst.

Die Top 5 der Stressoren

Als größte Ursache für Stress nannten 47 Prozent der Befragten die Arbeit, Studium oder Schule, dicht gefolgt von hohen Ansprüchen an sich selbst (46 Prozent). Die drittgrößte Stressursache war mit 31 Prozent eine schwere Krankheit von einer nahestehenden Person – in den Jahren der Corona-Pandemie nicht verwunderlich. An vierter Stelle wurden Konflikte oder Probleme in der Partnerschaft, Verwandtschaft oder im Bekanntenkreis angegeben (26 Prozent). Auch die ständige Erreichbarkeit durch Handy oder Soziale Medien setzte die Deutschen im Jahr 2021 unter Druck (25 Prozent).

Glücklicherweise haben die meisten Menschen ihre ganz persönlichen Strategien, die ihnen helfen, mit dem Stress besser umzugehen. Am häufigsten entspannen sich die Befragten, indem sie sich Zeit für ihre Hobbys nehmen (80 Prozent) sowie spazieren gehen oder im Garten arbeiten (77 Prozent). Auch das süße Nichtstun hilft ihnen gerne beim Abschalten: Mit 71 Prozent liegt faulenzen auf dem dritten Platz der Top-Entspannungsstrategien. Danach folgen musizieren oder Musik hören (69 Prozent) sowie Treffen mit Freund*innen und der Familie (68 Prozent).

Wenn Stress krank macht – Auswirkungen auf Körper und Psyche

Die Befragten, die sich häufig gestresst fühlen, leiden oft auch an unterschiedlichen körperlichen und psychischen Beschwerden: Ein Großteil hat mit Erschöpfung zu kämpfen (80 Prozent), 74 Prozent mit Rückenproblemen, zusätzlich klagen viele über Nervosität (62 Prozent) und Schlafstörungen (52 Prozent). Darauf folgen Kopfschmerzen oder Migräne mit 40 Prozent. Häufiger Stress wirkt sich auch auf die Stimmung aus: 34 Prozent fühlen sich niedergedrückt oder sogar depressiv. Zum Vergleich: Unter den selten Gestressten liegt dieser Anteil bei nur sieben Prozent.

Stress ist maßgeblich an der Entstehung von seelischen Krankheiten wie Depressionen, Burnout oder Angststörungen beteiligt. 39 Prozent der häufig Gestressten gaben an, dass bei ihnen innerhalb der letzten drei Jahre Beschwerden dieser Art aufgetreten sind. Bei nie, selten oder manchmal gestresste Personen kam dies wesentlich seltener vor (zwischen neun und dreizehn Prozent). Die gute Nachricht: Mehr als die Hälfte der Befragten, die sich extrem gestresst fühlten, hat professionelle Hilfe in Anspruch genommen. Bei Frauen, die unter hohem Stress leiden, lag dieser Anteil mit 75 Prozent übrigens höher als bei Männern (54 Prozent).

Der Job als Stressfalle

Wer erwerbstätig ist, fühlt sich laut der TK-Studie häufiger gestresst, als jemand, der oder die nicht beschäftigt ist. Schließlich lauern im Job viele Stressoren – zu den Top fünf gehören: zu viel Arbeit (32 Prozent), Termindruck und Hetze (32 Prozent), Unterbrechungen und Störungen (28 Prozent), Informationsflut (23 Prozent) und schlechte Arbeitsplatzbedingungen, wie z.B. eine hohe Lärmbelastung (19 Prozent). Einen wesentlichen Einfluss auf das Stresserleben hat außerdem die wöchentliche Arbeitszeit, insbesondere, wenn diese 40 Stunden überschreitet. Unter den befragten Männer, die zwischen 41 und 50 Stunden pro Woche arbeiten, liegt der Anteil der häufig Gestressten fast doppelt so hoch (43 Prozent) wie bei denjenigen, deren Wochenarbeitszeit 30 bis 40 Stunden beträgt (22 Prozent).

Die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Veränderungen in der Arbeitswelt wirkt sich besonders stark auf das Stressempfinden der Menschen aus: 47 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Leben seit Beginn der Pandemie stressiger geworden sei. Einen großen Unterschied macht die Tatsache, ob man Kinder hat oder nicht. Im Vergleich zu Familien ohne Kinder (43 Prozent) fühlen sich Haushalte mit Kinder stärker gestresst (60 Prozent). Wer im Home Office arbeitet und mindestens ein Kind hat, ist gestresster (64 Prozent) als Beschäftigte im Home Office ohne Kind (42 Prozent).

Stressprävention – Was Unternehmen tun können

Wie die Ergebnisse der Studie bestätigen, ist vor allem der Job ein großer Stressor. Damit Mitarbeitende auf lange Sicht gesund und entspannt bleiben, sollten Arbeitgeber:innen eingreifen – zum Beispiel durch die Einführung flexibler Arbeitszeitmodelle. Das verbessert nicht nur die Work-Life-Balance, sondern entlastet auch Beschäftigte mit Kindern.

Wichtig ist außerdem, ein gesundheitsförderndes Arbeitsumfeld zu schaffen mithilfe von effektiven Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF). Mit unserer digitalen Plattform Soulbreak unterstützen wir Unternehmen dabei! Egal, ob im Home Office, im Büro oder unterwegs – mit nur wenigen Klicks können Mitarbeiter*innen auf kurze Wohlfühl-Videoeinheiten aus den Bereichen Entspannung, Aktivierung und Ernährung zugreifen.

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